Avatar

Aus nicht mehr ganz so aktuellen Gründen beginne ich meinen Blog mit James Cameron’s Avatar. Nach ein paar kleineren, unbedeutenden Regiearbeiten seit Titanic bekommt man seinen Namen in diesen Tagen kaum noch aus dem Kopf. Um selbst zu sehen was dahinter steckt entschied ich mich an Weihnachten für “Avatar 3D” und gegen “Wo die wilden Kerle wohnen”. Dass man sich an Weihnachten als Erwachsener zwischen zwei potenziell guten Filmen entscheiden kann, war mir bis dato ein unbekannter Luxus. Glücklicherweise war ich vom Christmas Shopping rechtzeitig beim Kino, denn der Saal war voll bis zu den untersten Reihen (noch eine Ungewöhnlichkeit an Weihnachten).

Vorwort

Bevor ich zu dem eigentlichen Film komme muss ich gestehen, dass ich mit wenig Begeisterung in den Film ging. Erstens bin ich kein Fantasy Fan (Sry, aber in Avatar sehe ich kein Science Fiction), und zweitens fand ich diese blauen Viecher (Na’vi) unglaublich hässlich und schlecht gemacht, da im Trailer die ganzen Computer Animationen zu sehr als Computer animiert ersichtlich waren.

Alles halb so schlimm und sogar noch viel besser

Nachdem der Plot nun endlich ein wenig voran ging, Jake Sully mit seinem Avatar verknüpft war, und es endlich in den Dschungel ging, war ich sofort von den Farben und der Klarheit mehr als begeistert. Der fließende Übergang von Tier und Pflanzenwelt war beeindruckend und als bei Nacht alles zu fluoreszieren begann, wagte ich  kaum zu blinzeln. An die Na’vis habe ich mich recht schnell gewöhnt und an diesen gefallen gefunden, da sie eine extreme Ähnlichkeit zu Katzen aufweisen (Ich habe Katzen sehr gerne). Für das männliche Publikum wurde optisch mehr geboten, da die weiblichen Na’vis, objektiv gesehen, viel hübscher sind als die Männlichen (bis auf Sigourney Weaver’s Avatar, aber da ist wohl nicht der Avatar dran Schuld).

Pocahontas – die Zweite

Die Story war etwas langgezogen und vorhersehbar. Natürlich war die größte Ansammlung von Unobtanium genau unter dem Zentrum dieses Volkes, natürlich würden sich Jake und Neytiri verlieben, natürlich würde sich Jake dann zu den Na’vis bekennen und natürlich würde es ein Happy End geben. Letzteres hätte jedoch Disney nicht besser machen können, als sich ganz Pandora gegen den Menschen auflehnte. Moment, hat es Disney nicht sogar schon gemacht? Es herrschen jedenfalls auffälige Parallen zu “Pocahontas”. Naja, bis es zur großen Schlacht kam, hat es jedenfalls ein wenig zu lange gedauert und warum die Na’vis unbedingt Jake ihre Kultur beibringen wollten, verstehe ich auch noch nicht so ganz.

Kritisieren ja, personalisieren nein.

Allgemein hätte dem Film etwas mehr menschenkritischer Selbsthumor nicht geschadet. Die paar wenigen Ansätze waren nicht sonderlich lustig. Die Darstellung des Menschen als sich absolut denkend, machtgierigen und ökologischen Zerstörer ist in Zeiten von Afghanistan Einsätzen sowie der Klimakrise aktuell, doch mit Sätzen wie “Wir bekämpfen Terror mit Terror” oder “Wenn jemand auf irgendetwas sitzt das man haben will, erklärt man ihn zum Feind um es sich holen zu können” zeigt Cameron seine private Einstellung zu dem Irak-Krieg, die er auch für sich behalten hätte können.

Fazit: blendend schön – ganz schön blendend

“Avatar” ist eine visuelle Meisterleistung, die uns in eine Welt entführt, die sich die Menschen als Vorbild nehmen sollten. Den Oscar für die besten visuellen Effekte wird James Cameron in der Tasche haben, aber ob die doch etwas einfältige Geschichte dem selbsternannten „King of World“ noch mehr einbringt, wird sich zeigen.


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2 Kommentare

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