The Illusionist

Magie und Zauberei  haben mich als Kind schon begeistert.

Die Geschichte spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Wien und handelt von dem aus einfachen Verhältnissen stammenden Eduard (Edward Norton), der als Zauberer Eisenheim in verschiedenen Ländern auftritt. Begleitet wird dies mit einer nicht besonderen aber bezaubernden Liebesgeschichte: In jungen Jahren verliebt sich Eduard in die Ungleiche Herzogin Sophie von Teschen (Jessica Biel). Doch die Verliebten dürfen sich nicht treffen und werden getrennt. Jahre später erfolgt das Wiedersehen, was die Beziehung allerdings nicht unkomplizierter macht. Als dann auch noch der Chefinspektor Uhl (Paul Giamatti) auf Eduard angesetzt wird, ihn als Verräter zu entlarven und zu verhaften, scheint es als könne nun nur noch wahre Magie weiterhelfen…

Magische Tricks die verzaubern

Aufgrund der ausgefallenen Tricks war ich manchmal am Überlegen, ob “The Illusionist” lediglich eine Kopie von „The Prestige“ wird und ebenfalls mit Magie anstatt mit Tricks glänzt. (Dass der Filmtitel “The Illusionist” dies ja von vorneherein klarstellt, hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht bedacht.) Durch die Erkenntnis am Ende, dass die ganze Story eine reine Illusion war, kam dann auch bei mir letztendlich die Einsicht, dass ich mit vollem Glaube an die Magie getäuscht wurde. Für echte Zauberei-, und Geschichtskenner (was ich beides nicht bin) wird dies spätestens bei der Vorführung des Orangenbaums klar. Die Enttarnung des Baumes als einen Automaten, rundet damit nicht nur “The Illusionist” ab, sondern streift auch eine wichtige Epoche des Mechanismus.

Mit solch einem mechanischem Orangenbaum gelang es Jean Eugène Robert-Houdin im 19. Jahrhundert, ohne Hollywood Bling-Bling, eine beeindruckende Illusion.

Betrachtet man dazu die unheimlich raffinierten, menschlichen Automaten aus dem 18. Jahrhundert, kann man die Verwirrung und Aufregung um solche Illusionen zu jener Zeit verstehen, und ruft in mir gruselige Erinnerung an ETA Hoffmanns “Sandmann” hervor.

Fazit: Sehenswertes Gesamtkonstrukt

Allgemein bietet der “The Illusionist” eine schöne Atmosphäre, wobei die Stadtkulisse sehr beliebig wirkt und man sicherlich mehr aus dem historisch guten Potenzial Wiens herausholen hätte können.
Schauspielerisch bekam man keine Zauberei, aber eine solide Darbietung. Jessica Biel war grundsetzlich ganz ansehnlich (nicht nur optisch), obwohl sie seit “Blade Trinity” massiv an Sympathie verloren hatte. Die Entwicklung des zwiespältigen Chefinspektors Uhl macht Spaß und der unergründliche Charakter von Eisenheim lässt einen an Edward Nortons Höchstleistung in Fight Club erinnern. Chapeau für eine gelungene Illusion!

Bildquellen: Automaten: Photograph by Rama, Wikimedia Commons, Cc-by-sa-2.0-fr


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