Tränen der Sonne


Bruce Willis als U.S. Navy SEAL. Das kann ja nur ein guter Film sein! Zumindestens für Bruce Willis-Fans.

Die Story: Es herrscht Bürgerkrieg in Nigeria. Der Präsident und seine Familie wurden ermordet. Zwischen all den Unruhen leitet die Amerikanerin Dr. Kendricks (Monica Bellucci) mit zwei Nonnen und einem Pfarrer ein christliches Flüchtlingslager am Rande des Dschungels. Die Aufruhen werden immer stärker, doch dann! Trommelwirbel… Lieutenant Waters (Bruce Willis) und seine Navy SEALs werden nach Nigeria eingeflogen und damit beauftragt die Doktorin und ihre Mitarbeiter zu evakuieren und wieder zurück nach Amerika zu bringen. (Die Geistlichen müssen aber nicht mit, wenn sie nicht wollen.) Kendricks weigert sich allerdings ohne die Flüchtlinge mitzukommen. Da ihre Evakuierung keine Frage der Lust ist, sondern absolutes Missionsziel, befindet sich Lt. Waters schon bald in einem Zwiespalt zwischen Befehl und Gewissen…

Die Besten, der Besten, der Besten – Sir!

Das Akronym SEAL steht für SEa, Air, und Land, was die Einsatzorte darstellt. Um Mitglied dieser Spezialeinheit zu werden, muss man eine der härtesten Ausbildungen der Welt erfolgreich absolvieren. Die meisten scheitern schon in der sogenannten “Hell Week“. 132 Stunden lang werden die Anwärter an ihre psychischen und physischen Grenzen gebracht. Das Training findet an einem Strand statt, Navy Seal Endurance Trainingwas gewiss nicht zur Verschönerung des Aufenthaltes beiträgt: 5 1/2 Tage lang sind die Rekruten kontinuierlich in Bewegung: Situps, Rennen, Schwimmen, Liegestützen… (rechts im Bild das sogenannte “Surfing”) …und das alles in der Nässe des kalten Ozeanes, gepeitscht von den windigen Böen des offenen Meeres und eingehüllt mit Dreck und Sand. Maximal 4 Stunden Schlaf stehen für die gesamte Höllenwoche zur Verfügung.

Jeder tut das, was er am besten kann

In “Tränen der Sonne” spielt der gebürtige deutsche Walter Bruce Willis mal wieder seine Paraderolle: Der unglaublich lässige Actionheld. Doch diesmal auch noch in Uniform und mit einer extra Portion Herz! Kinematographisch bekommt der Zuschauer einiges dargeboten: Die faszinierende Landschaft von Nigeria wird mit den Grausamkeiten des Bürgerkrieges konfrontiert. Untermalt wird dies mit dem wunderschönen und zugleich beklemmenden Soundtrack von keinem geringeren als Hans Zimmer, der schon Erfahrungen mit afrikanischen Klängen in “Der König der Löwen” sammelte.

Die Story hingegen, ist leider etwas platt. Das Setting des Bürgerkrieges wirkt wie per Zufall ausgewählt und dient lediglich dazu um – gekonnt – auf die Trändendrüse zu drücken. Nur kurz zu Beginn werden die Umstände zu den Ausschreitungen erwähnt: die UN hält sich raus, und nicht-nigerianische Bürger werden evakuiert. Doch warum wird so viel Aufwand für die eine Ärztin (Monica Belluci) betrieben!? Wieso werden gleich die Besten der Besten der Besten losgeschickt um sie zu retten? Jaja, was die amerikanische Regierung nicht alles für ihr Volk tut…zumindestens für das Promovierte, denn die Rettung der Nonnen ist ja optional.
Die Aussage, dass der Einzelne sich zwischen Gut und Böse entscheiden muss, wirkt durch das Zitat am Ende und mit Blick auf Irak eher wie eine Legitimation für Amerika, sich überall einmischen zu dürfen: “All that is needed for the triumph of evil is for a good man to do nothing.”

Tschuldigung, war mit den Gedanken gerade woanders

Doch egal welche Makel “Tränen der Sonne” auch haben mag, er gehört zu meinen Lieblingsfilmen. Zwar wird das amerikanische Militär mal wieder heilig gesprochen, aber wen interessiert das schon wenn eine Gruppe von SEALs, angeführt von Bruce Willis, dreckig und durchnässt von dem andauernden Regen des nigerianischen Dschungels, sich über Befehle hinwegsetzen und ihr eigenes Leben für das der Flüchtlinge riskieren!?

Auch wenn mein objektives Beurteilungsvermögen aufgrund der “Bruce Willis-Navy SEAL-Kombination” etwas eingeschränkt ist: In der Kategorie “Unterhaltungs-Action-Kriegsdrama” bietet ”Tränen der Sonne” ein gelungenes Gesamtpaket.

(Thanks to Zsuzsanna Kilian for the picture of the fern!)


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