Invictus – Unbezwungen


“Invictus” ist die neueste Produktion von Allround-Talent Clint Eastwood. Der Film behandelt die Präsidentschaft von Nelson Mandela in Südafrika im Zusammenhang mit der Rugby-Union-Weltmeisterschaft von 1995, die in Südafrika kurz nach dem Ende der Apartheid statt fand. Das lateinische Wort ‘Invictus’ bedeuted übersetzt ‘Unbezwingbar’ bzw. ‘Unbesiegbar’. ‘Invictus’ ist ebenfalls der Name eines Gedichts von William Ernest Henley aus dem Jahre 1888. Dieses Gedicht gab Nelson Mandela Kraft, seine 27-jährige Haft als politischer Gegner zu überstehen.

Inspirierend

Der Film “Invictus” beginnt im Jahre 1990. Nach insgesamt 27 Jahren Haft wird Nelson Mandela (gespielt von Morgan Freeman) freigelassen. Das Apartheidregime beginnt zu fallen. Vier Jahre später findet die erste demokratische Präsidentsschaftswahl statt. Nelson Mandela wird zum ersten schwarzen Präsident Südafrikas gewählt. Sein oberstes Ziel ist es, die Kluft zwischen schwarz und weiß zu schließen. Da kommt ihm die Rugby-Union-Weltmeisterschaft, die in einem Jahr in Südafrika stattfinden wird, gerade Recht…

Seit 1891 spielen die Springboks als Südafrikanische Rugby-Union-Nationalmannschaft mit ihren grün-goldenen Trikots. Doch der neugegründete südafrikanische Rugbyverband fordert eine Enteignung der Farben und des Namens der Rugby-Nationalmannschaft,  da diese an die Zeiten der Apartheid erinnern. Die Symbolik der Mannschaft gehört aber zur jahrelangen Tradition des Rugbys, ein Sport, der vor allem für die weißen Südafrikaner eine hohe Bedeutung hatte.
Durch eine Umbenennung befürchtet Mandela die Sympathien der Weißen endgültig zu verlieren. Er bevorzugt daher ein Verhalten von Güte und Akzeptanz und setzt die Beibehaltung der “alten” Springboks durch. Dies sorgt zunächst für Verwirrung unter den schwarzen Südafrikanern, doch mehr und mehr fängt auch die schwarze Bevölkerung an, sich mit der Rugby-Mannschaft zu identifizieren. Der Erfolg und der finale Sieg der Mannschaft durchbricht schließlich die Mauern von Rassismus und das Rugby-Team entwickelt sich, samt seinen Farben und den Namen, in ein Symbol gegen die Apartheid.

UnBezwungen

World Cup opening ceremony 2010Passend zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika kam “Invictus” zum Jahresbeginn in die deutschen Kinos. Wie auch schon zur Rugby-Union-Weltmeisterschaft in 1995, setzte sich Mandela auch für die Fußball-WM dafür ein, dass diese zum ersten Mal auf den afrikanischen Kontinent stattfindet.
Dass Sport die Menschen vereinen kann, konnten die Deutschen bei ihrem “Sommermärchen” in 2006 am eigenen Leib erfahren. Doch wird ein Südafrikanisches “Wintermärchen” schon zu Beginn mit grauen Wolken überschattet: Nelson Mandela nimmt nicht wie geplant an der WM-Eröffnungsfeier teil, da seine Nichte tödlich verunglückte.
Ob es an der fehlenden Aura Mandelas lag, dass Südafrika nicht unbezwungen blieb? Wenn Deutschland schon nicht mehr Weltmeister werden kann, hätte ich es wenigstens den Südafrikanern gegönnt, noch einmal ihren geschichtlichen wie sportlichen Triumph von 1995 zu durchleben. Doch die gute Hoffnung am Kap wurde schon in der Vorrunde enttäuscht.

Erwartungsgemäße Qualität

Clint Eastwood kann mit seinen 80 Jahren auf über 50 Jahre Filmerfahrung zurückblicken. Er komponiert, schauspielert, produziert und führt Regie. Er gewann 2 Oscars für den besten Film und 2 als bester Regisseur. Das gefühlvolle Gesamtpaket von “Invictus” ist daher keine Überraschung, da sich Eastwood mit seinen knapp 40 Jahren Regieerfahrung sehr nah an den wahren Springboks orientierte:

Morgan Freeman ist als Nelson Mandela überzeugend. Die Emotionen sind fesselnd. Doch vor allem ist “Invictus” inspirierend. Fern von Hass und Missgunst kann jeder Mensch ein bisschen mehr Nelson Mandela sein, denn “Die Güte eines Menschen ist wie eine Flamme, die zwar versteckt, aber nicht ausgelöscht werden kann.”


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2 Kommentare

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