Jackie Brown

Ich mag “Pulp Fiction”, “Death Proof”, und “Reservoir Dogs”. Ich mag Quentin Tarantinos Episode bei “Four Rooms” und ich liebe “Inglourious Basterds”. “Also wird mir ‘Jackie Brown’ auch gefallen”, dachte ich. Aber Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel.

Kurz gesagt:

Die Handlung kann man vernachlässigen, denn unter dem Strich, lässt sich “Jackie Brown” so zusammenfassn:

Zwar liegt “Jackie Brown” mit 0,94 “Fucks per Minute” weit hinter “Pulp Fiction” (1,72 Fucks per Minute) und “Reservoir Dogs” (2,71 per Minute), doch zwischen all den Fucks passiert einfach nun mal nichts.

Ungewöhnlich einfallslos

Die Dialoge waren Tarantino-untypisch unglaublich langweilig. Die Handlung vorhersehbar.  Genau, Beaumont soll sich nur in den Kofferraum legen, um bei einem Deal das Back-up zu sein… is klar ne!? Auch war es doch von Anfang an klar, dass Jackie Brown irgendwie Ordell (Samuel L. Jackson) übers Ohr hauen wird. Als das mit dem Geld in Mexiko bekannt wurde, war dies um so offensichtlicher. Der Clou des Films: Einen Komplizen suchen, und dann ein paar Taschen vertauschen… ich weiß ja nicht.
Ja, die Musik ist gut, aber sie existierte auch schon vor Jackie Brown und ist einfach nur ausgewählt worden. Die meisten der wenigen guten Sprüche wurden auch nur aus anderen Filmen adaptiert und nicht mal die Story ist von ihm, sondern basiert auf den Roman “Rum Punch” von Elmore Leonard. Ok, die Schauspielerische Leistung von allen Beteiligten (Robert DeNiro, Robert Forster, Bridget Fonda, …) war mehr als genial. Daran habe ich sogar nichts zu meckern.

Nicht alles was glänzt ist Gold

Ja, Tarantino mag ein Genie sein, aber das heißt nicht, das man alles gut finden muss, was er fabriziert. In “Jackie Brown” hat er es sogar tatsächlich geschafft, den super coolen Samuel L. Jackson mit seinen verdammt coolen Pferdeschwanz in einen nervenden Dummschwätzer zu entwickeln. Und ach jaaa, wie coool, die Füße. Immer die Füße. Bei aller Liebe, das wird auch irgendwann langweilig. Genauso wie sein Cameo Auftritt, den er jedesmal hinter sich bringt. Diesmal musste man immerhin seine Visage nicht sehen.

Nur für Liebhaber

Doch diejenigen,  die eine Hommage an die Blaxploitations-Ära zu würdigen wissen (wozu ich offensichtlich nicht gehöre), werden allerhand Freude haben: Das Flair der 70er Jahre, die gelungene Musikauswahl, das und Comeback von Pam Grier (Foxy Brown), deren Kultcharakter mit einer einhergehende Umbenennung der Hautpfigur Jackie Burke in Jackie Brown gewürdigt wird. Auch Sid Haig, der seine Karriere mit Blaxploitationsfilmen startete ist mit von der Partie.
Alle anderen sollten “Jackie Brown” nur dann gucken, wenn sie Spätabends kein exponentiell-steigendes Bedürfnis nach Schlaf haben.

Fazit: Gähnende Langeweile

Ich freute mich auf einen gemütlichen Filmabend, und bekam einen 154 Minütigen Kampf gegen das Einschlafen. Doch je mehr ich über Jackie Brown nachdenke, umso mehr wird mir klar, wie gut der Film eigentlich sein müsste. Aber was bringt eine kinematographisch perfekt ausgeklügelte Umsetzung, wenn der Film einfach langweilig ist?


« »

2 Kommentare

Gebe einen Kommentar ab!

Angezeigt werden nur Name, Homepage und die Nachricht. Alle Felder außer Homepage sind Pflicht.

Followe Nachos and Wine auf Twitter Abonniere den News-Feed Poste auf FacebookPoste auf del.icio.usPoste auf stumbleuponPoste auf digg