Inception

Sichtbares Unbewusste

Der Mensch wird gesteuert von seinem Geist. Ein wichtiger Teil des Geistes ist das Unterbewusstsein. Es definiert viele menschliche Prozesse und gilt als angeboren. Es bildet somit die Grundlage des Menschen – den Anfang.
Träume reflektieren dieses Unbewusste, sie reflektieren Gedanken. Denn die meisten Gedanken entstehen im Unterbewusstsein. Informationen und Geheimnisse können gedanklich gespeichert werden. Im Zeitalter von Computer und Internet sind sie somit die einzigen Daten, die noch nicht gestohlen werden können. Doch was ist, wenn diese vermeintliche Sicherheit ausgenutzt wird, um an geheime Informationen zu gelangen, oder sogar um den menschlichen Geist von Grund auf zu verändern?

Die Story: Dominic Cobb (Leonardo DiCaprio) kann sich gedanklich mit den Träume von Anderen vernetzen. Er und sein Team können wie in luziden Träumen das Geschehen lenken und die örtliche Räumlichkeit gestalten, ohne das der eigentliche Träumer merkt, dass es nur ein Traum ist. So gelingt es Cobb, geheime Informationen zu extrahieren. Dieses Können ermöglicht ihm schon bald einen wichtigen Deal.
Da er in Amerika als vermeintlicher Mörder seiner Frau gesucht wird, kann er nicht mehr in die Vereinigten Staaten zurückkehren, wo er seine zwei Kinder zurückgelassen hat. Der japanische Geschäftsmann Saito will ihm eine Rückkehr zu seinen Kindern ermöglichen. Cobb soll bei einem Konkurrenten von Saito einen Gedanken einpflanzen, sodass er eine Entscheidung zu Saitos Gunsten trifft. Das sogenannte “Inception” ist weitaus komplizierter als nur einen Gedanken zu extrahieren. Denn dieser muss tief im Innersten des Unterbewusstseins gesetzt werden, so dass er für den Träumer als selbst gedacht empfunden wird. (Diese Zeichnung hilft vielleicht zum besseren Verständnis ;) )

Nolans Verwirklichung

Während der Geschichte wird der Zuschauer durch parallel laufende Ebenen eines menschlichen Unterbewusstseins geführt. In “Memento” hat der Regisseur Christopher Nolan schon gezeigt, dass er mit verworrenen Handlungen sehr gut umgehen kann. Bei “Inception” kombiniert er dieses Talent mit seiner persönlichen Faszination von Träumen.  Fast zehn Jahre lang schrieb Nolan an dem Drehbuch, um seine Fantasie vom Traum zu realisieren und den Zuschauer erfolgreich durch das Labyrinth von “Inception” zu führen.

Faszination Traum

Träume beschäftigen und faszinieren schon seit 3000 v. Chr. die Menschen. Die meisten von euch sind sicherlich morgens schon einmal aufgewacht und mussten die Gedanken sammeln, was nun real ist und was nicht. Die meisten von euch hatten sicherlich schon einmal einen Traum im Traum, den Alltag geträumt, oder waren nach dem Aufwachen erleichtert, dass es nur ein Traum war. Warum wir Träumen ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Manche Träume können aber so intensiv sein, dass sie sich sogar auf die Psyche auswirken. Welche Auswirkungen können dann erst entstehen, wenn ein Traum bewusst manipuliert wird?

Gefährliche Manipulationen

Der Mensch wird im alltäglichen Leben fast kontinuierlich von externen Quellen beeinflusst. Sei es die Familie, die Religion, die Politik, die Vorgesetzten, oder vor allem die Medien, die uns ständig versuchen vorzugeben was wir zu tun haben. Doch eine interne Manipulation im Sinne von “Traum-Terrorismus” lässt sogar die Gefahren von Gehirnwäsche verblassen. Gedanken werden zu Sprengstoff. “Was die Welt mit den Waffen anrichtet, die sie schon besitzt, wissen wir, was sie mit jenen anrichten würde, [die "Inception" bietet], können wir uns denken.”

Mögliche Beeinflussung der Träume

Nach dem Konzept von luziden Träumen (auch Klarträume genannt) sind Manipulationen von Träumen aucht jetzt schon möglich. Der Träumer kann seine eigenen Träume lenken, da er sich bewusst ist, dass er träumt. Das Bewusstsein eines Traumes, sowie dessen Beeinflussung ist erlernbar. Eine hilfreiche Methode soll die “Wake and Back to Bed“- Methode sein. Aber auch weitere Regeln aus Nolans Traumwelt entsprechen den “echten” Träumen: das reale Gefühl in einem Traum; den Kick, wenn man im Traum fällt oder stolpert und dann aufwacht; den Traum im Traum; die verlangsamte Zeitwahrnehmung während eines Traumes; die Schwierigkeit sich an einen Traum zu erinnern; aber auch die Möglichkeit sich für Träume zu sensibilisieren.

Zwar habe ich noch keinen konkreten Versuch für einen luziden Traum gestartet, werde es aber definitiv mal probieren. Leider scheitert es zur Zeit schon am führen eines Traumtagebuches (was gar nicht mal so einfach ist, wenn man sich zwischen “Traum aufschreiben” und “weiter schlafen” entscheiden muss).

Mehr als nur offensichtlich

“Inception” hat jedenfalls weit mehr zu bieten als die vielfach gelobten Action-Szenen und Special-Effects. Auch DiCaprios gutes Schauspiel oder Hans Zimmers treffender Soundtrack ist mittlerweile keine Überraschung mehr. Selbst die Kreisel-Frage am Ende ist eher nur ein Schmankerl. Es geht um Kreativität und Wünsche, die man in seinen Träumen ausleben kann; um Sinne und Realität, und wie wir sie wahrnehmen; um Erinnerungen, und wie wir mit ihnen umgehen; und um das Gedächtnis, das gewollt oder ungewollt Erinnerungen verblassen lässt.

Fazit: Lorem Ipsum

“Inception” ist fesselnd, inspirierend und faszinierend. Die Umsetzung von Nolans Traum ist fast zu gut um wahr zu sein. Produziert in der Traumfabrik “Hollywood”, wird “Inception” sicherlich dem Einen oder Anderen noch den Schlaf rauben, sei es wegen einer unklaren Handlung oder aber durch die Frage: “Sind die Gedanken wirklich frei?”.


« »

6 Kommentare

Gebe einen Kommentar ab!

Angezeigt werden nur Name, Homepage und die Nachricht. Alle Felder außer Homepage sind Pflicht.

Followe Nachos and Wine auf Twitter Abonniere den News-Feed Poste auf FacebookPoste auf del.icio.usPoste auf stumbleuponPoste auf digg