Stirb Langsam 4.0

Erbarmen, zu spät, die Action-Opis kommen! Mit der nicht aufhaltbaren Flut der Actionhelden-Comebacks wurde in 2007 auch Bruce Willis angespült. Doch wo Silvester Stallone oder Mickey Rourke wohl zu oft in den Lauf der Botoxspritze schauten, macht Bruce Willis immer noch eine gute Figur.

Nach 12 Jahren Pause mimt er zum vierten Mal den knallharten Cop John McClane, der noch genauso fit daher kommt wie beim ersten Teil. Wiedereinmal muss er es mit Terroristen aufnehmen, doch diesmal steht er im Kampf gegen den Cyberterrorismus. Denn mit Hilfe des Internets bringen Terroristen die Infrastruktur von Washinton D.C. zum erliegen. Als Verkehr, Telekommunikation und letzendlich das Stromnetz zusammenbrechen sind die Ausmaße verheerend. Während das FBI ziemlich hilflos ist, scheinen John McClane und ein junger Hobby-Hacker die einzigen zu sein, die jetzt noch den Staat retten können.

Zeiten ändern sich

Im Gegensatz zu Bruce Willis sind an McClane die vergangenen Jahre nicht spurlos vorbeigangen. Er und seine Frau sind geschieden, seine Tochter ist zu einer eigenwilligen jungen Frau herangewachsen und das typisch weiße Ripphemd, was sonst seinen verschwitzten, blutenden und verdreckten Körper bedeckte, wird nun durch ein Longsleeve ersetzt. John fristet ein einfältiges Leben mit belanglosen Polizei Kontrollen. So soll er nach einem Angriff auf das FBI-Netzwerk den Verdächtigen Matthew Farrell (Justin Long) abholen. Doch McClane ist mal wieder zur falschen Zeit am falschen Ort – also für den Zuschauer genau richtig.
Denn zum gleichen Zeitpunkt hat Ex-NSA-Agent Thomas Gabriel (Timothy Olyphant) Killer auf insgesamt 8 Hacker gehetzt, da sie ihm unwissentlich bei seinen verbrecherischen Plänen geholfen haben. Einer von Ihnen ist Matthew der nun als potenzielle Sicherheitslücke ausgeschaltet werden soll. Doch durch McClanes zufällige Anwesenheit dies natürlich verhindert werden und die Beiden machen sich gemeinsam auf die Suche nach Thomas Gabriel.

Generationsabtausch

Das Team könnte unterschiedlicher kaum sein. John McClane gehört  zur alten Schule. Irgendwo zwischen Ende 80er und Anfang 90er ist er hängengeblieben. Denn während er sich bereits auf Hochhäusern und Flugzeugen austoben durfte, ist  der Ort des Geschehens diesmal das für ihn nicht greifbare Internet. Farrell hingegen, der als Keanu Reeves-Verschnitt mit seinem Computer Wissen dem mit der Technik überforderten McClane zur Seite steht, ist ein richtiges Weichei. Denn während John Schläge verteilt, haut Matthew lieber kräftig in die Tasten. Doch was in den Armen an Kraft fehlt kann er als vernetzte Webgröße mit Informationen ausgleichen. Helfenden Rat für die Suche nach Gabriel versucht er bei dem Hacker Warlock (Kevin Smith) einzuholen. Eine frühe Fassung der deutschen Synchronisation von dieser Szene gibt es hier zu sehen:

Technische Gefahren

Stirb Langsam 4.0 zeigt wie gefährlich die Abhängigkeit und das Vertrauen in Technologien sein kann. Eine gesellschaftskritische Aussage ist von einem Action Film zwar zu bezweifeln, könnte man aber hier durchaus ableiten. Schließlich lassen sich tagtäglich gesunde Menschen wie ein aufgereihtes Produkt auf einem Fabriklaufband die Treppen hoch und runter transportieren; für Steve Jobs könnte mittlerweile eine Kirche erbaut werden und der “gläserne Mensch” scheint nicht zuletzt durch “Facebook” ein gar nicht mal so zerbrechlicher Gedanke zu sein.

“Zu viel Action” gibts doch gar nicht!

Doch zum Glück steckt auch noch heutzutage hinter jeder technischen Rafinesse eine greifbare Person, die McClane so richtig verprügeln kann. Die Stunts und Action Szenen wurden wirkungsvoll insziniert und sind vorallem sehr kreativ. Als dann noch seine Tochter entführt wird lasst er sich nicht mal von einem Kampfjet abschütteln und schießt sich dann auch noch selbst an, um die Tochter zu retten. Was für ein Finale!
Nun sind ja viele Stimmen laut geworden, dass die Jet-Szene übertrieben sei. “Wie unrealistisch” wurde schon damals im Kino gemurrt. Doch diejenigen haben wohl nicht das Prinzip eines Action-Films verstanden. Schließlich beschwert man sich ja bei einem Fantasy-Film auch nicht über grüne, kleine oder blaue Kreaturen. Außerdem war McClane über seine außergewöhnlichen Erfolge im Kampf gegen den Feind immer wieder selbst erstaunt. Das einzig “Unrealistische” an dieser Szene wurde lediglich von ein paar optischen Mängel der Special Effects verursacht.

Fazit: Einer geht noch!

Mit Stirb Langsam 4.0 hat Bruce Willis bewiesen, dass altes Eisen nicht rostet und Sequels nicht immer schlecht sein müssen. Durch den abwechslungsreichen Schlagabtausch, und dem zeitgemäßen Generationenaustausch reiht sich der vierte Teil würdevoll an seine Vorgänger an. “Stirb Langsam” ist bei dieser Serie wörtlich zu nehmen, denn es wird mindestens noch einen 5. Teil geben. Gut gemacht Schwein! Ach ne, Yippie-Ya-Yeah Schweinebacke!


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