Der Plan

“Der Plan” (OT: The Adjustment Bureau) ist das Regiedebüt des Screenwriters George Nolfi, der auch schon bei dem Drehbuch zu “Die Bourne Idendität” mitwirkte. Der Thriller basiert auf der Kurzgeschichte “Adjustment Team”, geschrieben von Philip K. Dick, dessen ausgeklügelten Science-Fiction Visionen schon viele Filmemacher inspirierte, u.a. zu “Blade Runner”,” A Scanner Darkly” und “Minority Report”.

Die Story: David Norris (Matt Damon) ist ein aufstrebender Politiker und Favorit bei den Senatswahlen. Doch in der Endphase verliert er die Führung. Während er seine Rede für die Niederlage in der Herrentoilette übt, trifft er überraschend auf die hübsche Tänzerin Elise (Emily Blunt), die sich dort vor der Security versteckt. Sofort fühlen sich beide zueinander hingezogen, doch nach einem innigen Kuss muss Elise schon wieder gehen. Elise inspirierte David zu einer spontanen Rede voller Ehrlichkeit und Authentizität, was bei dem Publikum zu einem vollen Erfolg wurde. Das Treffen veränderte somit den Verlauf seiner Pressekonferenz. Schicksal oder Zufall? Schon bald trifft David Norris auf eine mysteriöse Organisation die ein weiteres Treffen mit Elise zu verhindern versucht, denn Elise sei nicht Teil des für David bestimmten Planes.

Der Plan vs. Inception

Nun wurden mittlerweile schon viele Vergleiche mit Inception gezogen. Doch Äpfel mit Birnen zu vergleichen scheint mir etwas unfair. Beide Filme haben zwar starke Hauptdarsteller, behandeln das Thema der wahren Liebe zu Genüge, und in Beiden beeinflusst eine Untergrund-Organisation das Leben von Anderen, doch sind die Unterschiede grundlegender:

1.Die Manipulation:

Fantastisch oder wissenschaftlich.Bei “Der Plan” werden die Menschenleben von einer höheren Macht bestimmt und gelenkt. Der sogenannte “Chairman” tritt hier in eine Rolle von Gott. Seine Helfer mit Anzug und Hut sorgen dafür, dass sich die Menschen nicht durch Zufällen von ihrem vorgegeben Plan abbringen lassen und brav ihrem Schicksal folgen. Diese mysteriösen Männer haben übernatürliche Fähigkeiten um das Leben der Menschen anzupassen. Eine wichtige Fähigkeit dabei ist es mit Hilfe von jeglichen Türen große Distanzen innerhalb der Stadt zu bewältigen. Warum sie das Können? Sie tragen einen Hut.
Bei Inception hingegen wurde sich stets bemüht für jede Szene die nicht im realen Leben so stattfindet eine gutdurchdachte Erklärung abzuliefern. Die Manipulation des Menschen geschieht hier auf einer wissenschaftliche Ebene. Doch gerade das Ungeklärte verleiht “Der Plan” eine ungewollte Komik, die äußerst sympathisch ist.

2. Dann wäre da noch die Liebe:

der Eine für sie kämpfend, der Andere darunter leidend. In Beiden Filmen ist das Thema Liebe sicherlich eine wichtige Komponente. Doch auch hier nicht zu vergleichen. David kämpft für seine Liebe, auch wenn sie nicht für ihn bestimmt sein soll. Dabei bekommt der Zuschauer ein schauspielerisches Feuerwerk zwischen Damon und Blunt zu sehen, wo sich DiCaprio und Cotillard noch etwas abgucken können. Cobb hingegegen hatte seine große Liebe schon erobert und sogar schon eine Familie gegründet. Er hatte seine Chance auf ein glückliches Leben doch verspielte sie mit seinem Ehrgeiz. So endet Cobb als Wrack, überlastet mit Schuldgefühle und seiner großen Liebe nachtrauernd.

3. Kein “Inception”-Lite.

Mit “Inception”-Lite wurde “Der Plan” u.a. von CNN betitelt. Doch nur weil “Inception” mit grandiosen Special-Effects aufgewartet hat, sollte man nachfolgende Filme mit geringeren Budget und Marketing nicht gleich als abgespeckte Version einstufen. Zugegeben, die schauspielerische Leistung der mysteriösen Männer und die Ausstattung mit einem “Etch-A-Sketch“-Buch und einem Fedora waren etwas dürftig. (Wenn die Herren einfach mal ihr Buch geschüttelt hätten, dann hätten sie doch den korrekten Weg von David Norris einfach neu zeichnen können!). Ohne Frage waren aber die Hauptdarsteller in “Der Plan” genauso gut besetzt wie bei “Inception”. Doch auch wenn Matt Damon in “Der Plan” einen ähnlichen DiCaprio-Charme hat, gilt auch hier wieder: Birnen und Äpfel.

Fazit: Etwas mehr Eigenständigkeit, bitte.

Obwohl ich keinen Vergleich der beiden Filme anbringen wollte, tat ich es nun doch. Aber es läuft eben nicht immer alles nach Plan…*hust. Doch “Der Plan” vermittelt mehr, als das man für seinen freien Willen kämpfen soll: Es ist mal wieder die Liebe die jene gehuldigten Mächte aussticht und somit selbst die stärkste Macht auf Erden wird.
Wenn “Der Plan” als eigenständiger Film gesehen wird und wenn man vorgegebenen Fakten akzeptieren kann ohne sie mit “wie unlogisch”-Kommentaren zu hinterfragen, dann wird man mit der Science-Fiction-Romanze einen gelungenen Kinoabend verbringen.


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