Sneak Peek: Betty Anne Waters

“Betty Anne Waters” (OT: Conviction) ist das neue Anwaltsdrama von Regisseur und Schauspieler Tony Goldwyn. Der Enkelsohn von Samuel Goldwyn, Mitbegründer der Filmstudios United Aritsts und Metro-Goldwyn-Mayer, holte sich eine Reihe hoher Namen in den Gerichtssaal: Hilary Swank, Sam Rockwell, Minnie Driver, und Juliette Lewis. Deutscher Kinostart ist der 17. März.

Die Story: Betty Anne (Hilary Swank) und Kenny Waters (Sam Rockwell) sind ländlich in Ayer, Massachusetts aufgewachsen. Schon im jungen Alter begehen beide kleinere Straffälligkeiten, klauen Süßigkeiten oder steigen in fremde Häuser ein. Ihr gutes Verhältnis zueinander begleitet Beide bis ins Erwachsenenalter. Doch die Harmonie soll ihnen nicht für immer gegönnt sein. Anfang der 80er-Jahre wird in der Nachbarschaft eine Frau auf brutalste Weise ermordet. Sofort wird der Verdacht auf Kenny Waters gelenkt, der schließlich des Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt wird. Betty Anne glaubt fest an die Unschuld ihres Bruders, doch aufgrund ihrer mangelnder Bildung sind ihr die Hände gebunden. Mit voller Überzeugung beschließt sie ihren Schulabschluss nachzuholen und ein Jura Studium zu beginnen, um anschließend selbst für die Rechte ihres Bruders zu kämpfen. Als dann der neu-entdeckte genetische Fingerabdruck schon viele zu unrecht Verurteilte entlastet hat, scheint ihr Ziel in greifbare Nähe. Doch wie gut kennt sie ihren Bruder wirklich? Wird der DNA-Test Unschuld oder Schuld beweisen?

Schauspielerisch gewohnt solide

An der schauspielerischen Leistung gibt es bei “Betty Anne Waters” nichts einzuwenden. Juliette Lewis blüht in ihrer Paraderolle als Dorfmatratze mal wieder so richtig auf. Als Selbstzerstörerisches Weibsbild schockierte sie schon in “Natural Born Killers”, bespaßte uns in “Stichtag” und erspielt sich nun in “Betty Anne Waters” sogar Mitgefühl. Die zweifache Oscar-Preisträgerin Hilary Swank kann wie gewohnt in ihrer Rolle überzeugen und auch Sam Rockwell verfällt authentisch an der jahrelangen Inhaftierung.

Mehr als nur ein Anwaltsdrama

“Betty Anne Waters” erzählt die wahre Geschichte einer Frau, die 18 Jahre lang für ihren unschuldig inhaftierten Bruder kämpfte. Dabei reduziert der Film sich nicht nur auf das Gerichtswesen sondern bindet den Zuschauer in die Detektivarbeit von Betty Anne mit ein.
Die rührende Geschichte stellt außerdem das amerikanische Justizsystem in Frage. Nach wie vor werden durch vorschnelle Verurteilungen oder Falschaussagen Unschuldige ins Gefängnis gebracht deren Anteil auf ca. 2,3% bis 5% aller Inhaftierten in den USA geschätzt wird. Noch heute kämpft Betty Anne Waters für die Freilassung von Unschuldigen in Zusammenarbeit mit “The Innocence Project“, eine Organisation die sich auf DNA-Analysen für Inhaftierte spezialisierte und auch Kenny Waters Fall unterstützte. Seit 1989 konnten durch nachträgliche DNA-Analysen schon mehr als 250 Verurteilte entlastet werden.

Ironie des Schicksals

18 Jahre lang saß Kenny Waters unschuldig im Gefängnis. 18 Jahre lang kämpfte seine Schwester für seine Unschuld, vernachlässigte dabei Freunde und Familie. 6 Monate nach seiner Freilassung verunglückte Kenny tödlich.

Fazit: Sehenswert

In “Betty Anne Waters” begleitet der Zuschauer den dramatischen Fall von Kenny Waters. Mit solider schauspielerischen Darstellung bekommt der Zuschauer wahre Geschwisterliebe zu sehen. Dabei werden dem Zuschauer keine übertriebenen Gefühlsausbrüche aufgedrängt, sondern in ruhiger aber fesselnder Weise der Beweis gebracht, dass wenn man nur hart genug für seine Ziele kämpft, diese auch erreicht.


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