Idiocracy

Idiokratie: Herrschaft der Dummen

Wir schreiben das Jahr 2505. Müll stapelt sich in ungeahnte Höhen inmitten dem, was früher mal die Form einer Stadt hatte. Grunzende Laute hört man aus den Wohnungen der Bewohner, die ihren Blick von der Glotze nicht abwenden, und ihren Hintern aus den Sesseln nicht bewegen können. Wir blicken nun Fünfhundert Jahre zurück: Der durchschnittlichste amerikanische Durchschnittsbürger Joe Bauers (Luke Wilson) und die Prostituierte Rita (Maya Rudolph) wurden für ein wissenschaftliches Experiment ausgewählt. Dabei werden sie “eingefroren” und sollen ein Jahr später wieder erwachen – Sollten. Denn das Experiment gerät außer Kontrolle und die Probanten erwachen 500 Jahre verspätet. Sie erblicken eine Welt, in der sie plötzlich die schlausten Menschen auf der Erde sind.

Futuristisch verblödet

Meistens wird in Filmen die Zukunft der Menschheit futuristisch-durchgestylt und technologisch weit entwickelt präsentiert, ermöglicht durch eine vorangeschrittene Intelligenz der Menschheit. Nicht bei “Idiocracy”. Massenkonsum, sinkendes Niveau in den Medien, mangelndes Informationsbedürfnis und eine rasante Fortpflanzung nicht-Intellektueller führte zu einer enormen Degradierung der gesellschaftlichen Intelligenz, deren Interesse lediglich in der Befriedigung der niedrigsten menschlichen Bedürnisse liegt. “Idiocracy” ist eine satirische Dystopie über die Verdummug der Menschheit und stammt von keinem geringeren als Mike Judge, dem Erfinder von “Beavis and Butt-Head”.

Wir sind schuld!

Mit sehr viel Witz kritisiert Mike Judge die heutige Gesellschaft. Vorallem die erste Hälfte des Filmes lässt kaum ein Auge vor Lachen trocken. Leider nimmt die Zweite  mit dem IQ der Bevölkerung linear ab. Zunehmende Wiederholungen gewinnen überhand, als hätte Mike Judge schon sein Niveau an die fiktive Gesellschaftsform angepasst. Die jahrelangen zusammenarbeit mit Beavis and Butt-Head, die man als Urväter der Idiokratie verehren kann, ist sicherlich ein Gründ dafür. Viel mehr jedoch zeigt Mike Judge mit Übertreibung und Direktheit mit dem Finger auf uns. Denn kaum eine Satire bezieht sich so konkret auf die heutige Gesellschaft wie “Idiocracy”. Er prangert das Streben nach Unterhaltung und Komfort an, aber vorallem das Konsumdenken der Großunternehmen, die ihre Fähigkeit zur Manipulation nur unachtsam für Profitsteigerung nutzen und den Planeten in eine reinste Werbetafel verwandeln.

Idiocracy = Must-See Movie

Zeitgenössisch, direkt und wahr – das zeichnet “Idiocracy” aus und sind die Gründe, warum man diesen Film unbedingt gesehen haben muss. Denn weder Ressourcenmangel, Naturkatastrophen oder Überpopulation wird die Zukunft der Menschheit verkommen lassen, nein, es ist einfach die konstante Verdummung einer Gesellschaft in der keine natürliche Selektion mehr stattfindet. So lustig “Idiocracy” im ersten Moment ist, so bitter der Nachgeschmack nach der Feststellung, dass Mike Judges Dystopie am wahrscheinlichsten Realität werden wird. Jede Stereotypie hat schließlich ihren Ursprung in einem Fünkchen oder sogar Funken Wahrheit.


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