The Fighter

“The Fighter” ist ein biographisches Sportdrama über den Profiboxer Micky Ward. Regie führte David O. Russell der für diesen Film eine Academy Award Nominierung als bester Regisseur erhielt. Wie auch schon bei “Three Kings” oder “I Huckabees”, wo Russel als Drehbuchautor und Regisseur tätig war, wird eine der Hauptrollen von Mark Wahlberg gespielt.

Die Story: Micky Ward (Mark Wahlberg) ist ein eher erfolgloser aber talentierter Boxer aus dem Arbeiterviertel Lowell, Massachusetts. Trainiert wird er von seinem großen Bruder Dicky Eklund (Christian Bale), der selbst schon boxte und zur Lokalberühmtheit wurde, als er bei einer HBO Live Übertragung einen K.O.-Sieg bei Sugar Ray Leonard landete. Doch Dicky verfällt zunehmend den Drogen und wird Teil einer HBO Reportage über den Drogenmissbrauch in Lowell. Mickys Mutter (Melissa Leo) ist ebenfalls stets bemüht Micky bei seiner Karriere zu helfen und managt ihn. Doch trotz der familären Unterstützung kommt Mickys Karriere nicht in die Gänge: Seine Mutter prahlt lieber mit Dickys Knock Out, und Dicky beschäftigt sich mehr mit seiner Drogensucht als mit dem Training seines Bruders. Als dann Micky professionelles Training aus Las Vegas angeboten bekommt muss er sich zwischen Familie und Erfolg entscheiden. Doch Micky kämpft für Beides.

Biografie und Drama

“The Fighter” ist eine Biografie und ein Drama zugleich. Denn es wird nicht nur der Aufstieg von Micky Ward gezeigt, sondern auch der Verfall seines Bruders Dicky und die Folgen der Drogensucht. Die im Film gezeigte Entstehung der fiktiven Dokumentation “Crack in America” spielt dabei eine zentrale Rolle. Während Dicky glaubt, die Dokumentation sei über sein Boxer-Comeback, zeigt sie die Folgen des Drogenmissbrauchs. Dabei wird die untere Schicht der weißen Arbeiterklasse kennzeichnend charakterisiert, sodass man vor lauter Stereotypie den Anschein hat, die ganze Misere des “White Trashs” werde parodiert. Doch nachdem man einen Blick auf die Original Dokumentation von 1995 “High on Crack Street: Lost Lives in Lowell” von HBO wirft, die man zur Zeit (noch) in voller Lauflänge auf youtube anschauen kann, muss man schockiert feststellen, dass “Crack in America” erschreckend real ist:

(Edit: Vielen Dank an die Content-Mafia, dass es nicht mal zwei Tage gedauert hat, bis ihr dieses Video gesperrt habt, FU! Das Intro zur Doku steht noch zur Verfügung.)

Schauspielerisch Echt

Die Hauptdarsteller in “The Fighter” investierten viel Mühe für die perfekte Umsetzung ihrer Charaktere. Das Ex-Calvin Klein Model Mark Wahlberg baute vier Jahre lang seine Muskulatur auf und absolvierte ein hartes Box Training für seine Rolle als angehender Profiboxer. Auf ein Stunt-Double verzichtete er und steckte die Treffer für mehr Authentizität lieber selber ein. Melissa Leo studierte die dominante Mutter ausgiebig und lässt mit ihren sieben Filmtöchtern keine Klischees aus. Dafür bekam sie den diesjährigen Academy Award als beste Nebendarstellerin. Doch Christian Bale übertrifft schauspielerisch mal wieder Alles. Denn für die perfekte Umsetzung seiner Rollen kennt Bale keine Grenzen. Sei es ein extremer Muskelaufbau in “American Psycho” oder das Abmagern von 30kg für seine Rolle in “The Machinist”. Christian Bale spielt keine Rolle, er verwandelt sich in den jeweiligen Charakter. So war es auch kein Wunder, dass er 2011 für seine Leistung als Dicky Eklund den Academy Award als bester Nebendarsteller erhielt.

Fazit: Let’s get ready to rumble

Nach der Flaute von Arthur Abrahams und dem kurzen 3-Minuten Spaß von Vitali Klitschko im März kommt “The Fighter” gerade recht. Hier kann man fast zwei Stunden mitfiebern und bekommt neben gut inszinierten Kämpfen auch schlagkräftige Schauspielerei. Erfolgreich kombiniert “The Fighter” dabei Drama mit Sportsbiografie ohne eins von beiden zu sehr in die Ecke zu drängen.


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