Hell

“Hell” spielt im Jahre 2016. Die Erde hat sich um 10°C erwärmt. Pflanzen sind verdorrt, Ressourcen sind knapp, allen voran Wasser. Nur Wenige haben überlebt, die Verbliebenen kämpfen ums Überleben. Philip (Lars Eidinger), Marie (Hannah Herzsprung) und ihre kleine Schwester Leonie (Lisa Vicari) vermuten die letzten Wasserquellen in den Bergen. Auf dem Weg dorthin gibt es vieles zu erleben, vorallem zu überleben.

Fast 100% Deutsch

“Hell”, ist ein packender Endzeit-Thriller aus deutscher Produktion. Der Regisseur und Drehbuchautor Tim Fehlbaum legte bei seinem Spielfilm-Debüt besonders viel Wert auf eine deutsche Idendität. Der Film spielt daher bewusst in Deutschland und der Großteil wurde in Deutschland gedreht (Bayern und Berlin/ Brandenburg). Der Filmtitel ist somit natürlich auch deutsch – Hell wie dunkel, nicht Hell wie Hölle.
Helligkeit steht in “Hell” somit an erster Stelle. Überbelichtete Szenerien, gellendes Licht aus Spalten der Verschanzung, und leichte Silhoutten bekommt der Zuschauer meist zu sehen, und nimmt so Teil an den Herausforderungen der bedrohlichen Sonnenstrahlen, die schließlich zur Hölle für die Protagonisten werden. Der doppeldeutige Filmtitel könnte somit  nicht besser passen.

Zombiefrei

Der Fantasy-Film-Fest-Fan Fehlbaum wollte unbedingt ein Genre-Film drehen. Ursprünglich sollte “Hell” ein Zombiefilm werden, basierend auf einen seiner fünfminütigen Kurzfilmen. Doch es entwickelte sich schließlich anders, wie Fehlbaum beim Regie-Interview auf dem Fantasy FilmFest 2011 bekannt gab. Der Drehstil erinnert dennoch stark an seinen Zombieliebling “28 days later”: Die verschiedenen Charaktere sind in “Hell” Mittelpunkt und werden stark beleuchtet. Mit Nahaufnahmen ist der Zuschauer stets bei den Geschehnissen und blickt in gequälte Gesichter. Denn der Tod strahlt nicht nur am Himmel, sondern lauert auch unter den lebenden Mitmenschen. Wem kannst du schon trauen, wenn es ums nackte Überleben geht?

Von Windmaschinen und Farbspray

Neben diversen Filmförderungen gelang es den Produzenten Gabriele Walther und Thomas Wöbke ihren alten Freund Roland Emmerich mit ins Boot zu holen. Dadurch konnte das Budget auf immernoch bescheidene 3,3 Millionen Euro erhöht werden. Neben der Finanzspritze, war Emmerich für den grandiosen wüstenähnlichen Sandeffekt in “Hell” verantwortlich. Nachdem er die kleinen Windmaschinen am Set sah, vervierfachte er das Etat für den Sandeffekt und kramte in seinem Weltuntergangs-Fundus große Sandmaschinen aus.
Für die verbrannten Bäume wurde auf einem Waldbrandgebiet auf Korsika gedreht. Bei den Dreharbeiten in Deutschland sprühte man die Bäume einfach schwarz, mit ökologisch-korrekten Farbspray natürlich, versicherte der Regisseur.

Fazit: Ein Zombiefilm steht nun noch aus

Mit einer charakterstarken Erzählung, Stilsicherheit und einer intensiven Geschichte über Vertrauen und Überlebenswillen reiht sich “Hell” zu deutschen Größen wie “Anatomie” und “Lola rennt” ein und bietet ein intensives Genre-Erlebnis. Bleibt zu hoffen, dass das deutsche Publikum “Hell” nicht das Licht ausknipst und fleißig ins Kino geht, damit Fehlbaum einen zweiten Versuch für seinen Zombiefilm starten kann (den er wirklich unglaublich gerne machen möchte und ich unglaublich gerne sehen würde).

 


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