The Ides of March – Tage des Verrats

“The Ides of March – Tage des Verrats” heißt der Polit-Thriller von und mit George Clooney. Basierend auf dem Theaterstück “Farragut North” war u.a. Mr. Clooney für Regie, Drehbuch und die Produktion verantwortlich. Und damit sich Clooneys Arbeit auch lohnt, hat er sich selbst auf der Besetzungsliste ganz nach oben geschoben und sich die Rolle des Gouvernours und Präsidentschaftskandidaten Mike Morris gegeben. (Wenn  Arnie sogar im echten Leben Politiker spielen kann, dann kann es ja im Film nicht so schwer sein.)

Die Story: Stephen Myers (Ryan Gosling) ist jung, charismatisch, und erfolgreich. (Natürlich auch gutaussehend, was für den Charakter wegen Gosling unvermeidbar war). Als Junior-Campaign Manager ist er für den Erfolg von dem demokratischen Kandidaten Morris (George Clooney) bei den Vorwahlen der Präsidentschaftskandidatur verantwortlich. Einziger ernstzunehmender Rivale für den Platz des Kandidaten der US-Demokraten ist nur noch Ted Pullman. Gegen ihn muss Morris vorallem um die Gunst von Senator Thompson kämpfen, dessen Unterstützung mit seinen Deligierten den sicheren Nominierungsgewinn bedeuted. Myers steckt sein ganzes Herzblut in diesen Wahlkampf, nicht nur für eine Karriere im Weißen Haus, sondern vor allem wegen der Hoffnung auf eine bessere Welt, die er sich durch die Umsetzung von Morris’ Wahlversprechen verspricht. Doch als er erkennt, dass sein Idol alles Andere als ideal ist, muss er sich zwischen Moral und Karriere entscheiden.

“Beware the Ides of March”,

heißt es in William Shakespeares Stück “Julius Ceasar”. Ein Hellseher warnt Caesar vor der Mitte des Märzes, wo er schließlich von seinem Gefolge, angeführt von Brutus, mit 23 Messerstichen ermordert und gestürzt werden sollte. Der Titel leitet so ungefähr alles ab, was den Film ausmacht. Zum Einen bezieht er sich somit auf die Theaterszene, woher der Film seine Geschichte von Farraguth North adaptierte. Zum Anderen portraitiert Shakespeares Stück nicht etwa, wie der Titel vermuten lässt, das Leben von Julius Ceasar, sondern von Brutus. Mittelpunkt dieses Dramas ist Brutus Zwiespalt zwischen Ehre, Freundschaft und Partiotismus, was ebenfalls den Film bestens zusammenfasst.

Auch Myers muss sich ständig von neuem entscheiden, wie er zu diesen Attributen steht. Geht er der Bitte von Duffy um ein persönliches Gespräch nach? Wird er es Zara beichten? Wird er die engagierte “New York Times”-Reporterin Ida hindern können, ihr Insider-Wissen über dieses Treffen zu veröffentlichen? Und was macht er mit der Praktikantin Molly, die von dem Präsidentschaftskandidaten Morris schwanger ist? Myers muss jedesmal eine Entscheidung treffen, und wird so Teil eines Spieles aus Missgunst und Verrat. Nach der Endsequenz bleibt eine Wichtige Frage: wird er nun selber zum Verräter?

Viele Messer stecken in den Rücken

Am Ende müssen alle Protagonisten für ihre getroffenen Entscheidungen die Konsequenzen tragen, und die sind alles Andere als positiv.
- Molly muss wegen ihrer Schwangerschaft verschwinden und wird gefeuert.
- Myers traf sich heimlich mit dem Manager der Konkurrenz, Duffy. Dadurch verletzt er den strengen Loyalitäts-Kodex von Zara und wird gefeuert.
- Daraufhin macht sich Myers auf den Weg zu Duffy, um nun sein Jobangebot anzunehmen. Doch das Angebot von Duffy war nur eine Inszinierung, denn er wusste, dass Zara ihn wegen des Treffens feuern würde und somit automatisch die Kampagne schwächt.
- Als Molly von der Entlassung Myers erfährt, befürchtet sie nun, dass ihre Affäre bei Myers nicht mehr geheim ist. Letztendlich bezahlt sie für ihren Fehltritt mit dem Leben. Voller Scham und Angst vor der Reaktion ihrer streng katholischen Eltern wählt sie (vermutlich) den Freitod.
- Voller Wut über die Machenschaften und Schuldgefühle über Mollys Tod, erpresst Myers den Präsidentschaftskandidaten Morris mit der Bekanntgabe der Praktikantenaffäre. So muss nun Zara die Konsequenzen seiner Entscheidung über die Entlassung Myers tragen, und wird als Folge der Erpressung erstmal selbst gefeuert.
- Im Zuge der Erpressung stellt er sicher, dass Morris Thompson die Position als Secretary of State anbietet, um somit seine benötigten Deligierten für die Wahl sicherzustellen. Myers hat sich somit den Platz als Manager des Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten sichergestellt und sich so den Weg ins weiße Haus geebnet.
In der Endsequenz sitzt Myers in einer Talkshow, die Kamera ist auf ihn gerichtet. Für seine Position und die darausfolgende Aufmerksamkeit in den Medien hat er hart gearbeitet. Wird er nun Morris und seine Karriere für seine Prinzipien fallen lassen, und mit der Wahrheit an die Presse gehen? Oder hat der Kampf um Macht und Ruhm ihn so sehr verändert, dass er seine Moral vergessen hat? Trotz des offenen Endes ist es ziemlich eindeutig, dass nun auch der Präsidentsschaftskandidat sein Messer in den Rücken gestoßen bekommt.

Du hast die Wahl!

“The Ides of March” ist ein intelligenter Polit-Thriller, der mit seiner konstant steigenden Spannung und einem hohen Staraufgebot brilliert. George Clooney passt perfekt in die Rolle des optisch glatten Präsidentschaftskandidaten Morris und Ryan Gosling war mal wieder zum Anbeißen! (Für ihn würde ich sogar meine Nachos links liegen lassen).
Passend zu den anlaufenden Wahlen für die Präsidentschaftskandidatur zeigt “The Ides of March” das ewige Politik-Theater über Macht und Geld, besetzt mit Intrigen und Eigennutz. Noch viel deutlicher ist allerdings die Aussage, dass Alles auf einen zurückfällt. Bei jeder Entscheidung hat Jeder die Wahl zwischen Richtig und Falsch. Doch soll man gewarnt sein, denn jede Fehlentscheidung kommt früher oder später ans Tageslicht – und das gilt sicherlich nicht nur für die Politik. Doch egal vor was für einer Entscheidung man steht, eines sollte Jedem spätestens seit Bill Clintons Eskapaden bekannt sein: Schlafe niemals mit der Praktikantin.


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