Hugo

Hugo Cabret (OT: Hugo) ist Martin Scorseses neustes Filmwerk und sein Erstes in 3D. An der Produktion war außer ihm noch Johnny Depp und Scorseses Langzeit-Produktionspartner Graham King und Timothy Headington mit beteiligt. Der Film basiert auf dem Kinderroman “Die Entdeckung des Hugo Cabret” von Brian Selznick und erzählt neben den Erlebnissen von dem jungen Hugo die Lebensgeschichte von dem französischen Filmemacher Georges Méliès.

Die Story: Es ist Paris in den 30er Jahren. Der junge Hugo (Asa Butterfield) hat erst vor kurzem seinen Vater verloren und lebt nun bei seinem alkoholsüchtigen Onkel. Im Pariser Hauptbahnhof ist er für die Wartung aller Uhren verantwortlich, wobei Hugo ihm regelmäßig hilft. Schnell eignet sich Hugo das Wissen über die Arbeit an und übernimmt schließlich die komplette Wartung als sein Onkel plötzlich verschwindet. Hugo lebt im Bahnhof und hält sich mit kleineren Diebstählen über Wasser. Neben Essen ist er auch auf der Pirsch nach Zahnrädern und Sprungfedern, denn Hugo versucht das Projekt seines Vaters zu vollenden: Die Reparatur eines Automaten in Gestalt eines schreibenden Menschen. Auf der Suche nach Kleinteilen für die Reparatur wird er jedoch von einem Spielzeugladenbesitzer (Ben Kinsley) beim Klauen erwischt. Zu allem Unglück verknallt Hugo sich auch noch in dessen Nichte Isabelle (Chloë Moretz).

Georges Méliès: Top

Die biografischen Erzählstränge in Hugo Cabret über Georges Méliès waren wunderschön und interessant gestaltet. Vorallem gegen Ende bekam man eine kleine Zusammenfassung über die Werke von Méliès zu sehen. Betrachtet man die Zeichnungen aus dem Kinderbuch “Die Entdeckung des Hugo Cabret”, sind die stilistische und visuelle Umsetzung definitiv gelungen. Begeistert war ich auch von der “Alters-Maske” von Ben Kingsley – Entschuldigung, ich meinte natürlich SIR Ben Kingsley – die hingegen zu den Halloweensmasken von Leonardo Di Caprio und Armie Hammer in “J.Edgar” sehr natürlich wirkte.

Hugo: Flop

Die Geschichte von Hugo und seinen Erlebnissen hingegen, war einfach nur langweilig. Ein bisschen Familiendrama hier, ein bisschen Liebesgeplänkel da und ein bisschen Jungen-Unfug überall. Und dauernd das ewig leidende Gesicht der beiden Kinderschauspieler. Hinzu kommt ein Sacha Baron Cohen, der in der gesamten Story so überflüssig wie das Ramen nach jeder Spaghettimahlzeit ist. Er spielte den Stationsleiter des Bahnhofes, der stets hinter Hugo wegen seinen Diebereien mit seinem Dobermann hinterher war. Bei dem Katz-und-Maus-Spiel grüßte viertelstündig das Murmeltier, denn bei einem 3D-Film muss ja das Publikum mit 3D-Effekten unterhalten werden. Natürlich musste die Schnauze von dem Hund dafür ständig herhalten. Immer und immer wieder wurde der bellenden Hund als 3D-Effekt exploitiert. Echt nervig, zumal die meiste Zeit das Bild durch die schnellen Bewegungen eh nur verwackelt war.

A propos 3D:

Diese ganzen Spielfilme in 3D gehen mir tierisch auf den Keks. Filme werden künstlich in die Länge gezogen durch das andauernde Rumgewanke von einer schönen Szenerie in die Andere. Düsterer Nebel, und Oha! Ein herabfallendes Uhrenteil und boaaah, fast wären wir von einem Metallrohr durchbohrt worden. Sorry, aber schon nach 5 Minuten ist der 3D-Effekt schon nichts mehr besonderes. Also warum müssen dann diese Füllszenen so ausgereizt werden!? Sei es Scorsese bei Hugo oder Tim Burton mit “Alice in Wunderland”, die 3D-Filmemacher sind auch heute noch wahrscheinlich von den 3D-Dino Heftchen begeistert. Schaut euch doch einfach mal das echte Leben an! Da ist auch alles in 3D!

Kann man bitte mal damit aufhören?

Ich sehs nicht, ich seh einfach nicht die 93% von rottentomatoes. Die dudelnde Musik, die nebligen Bilder, und die wenigen Dialoge sind (und waren für mich) ein Garant fürs Einschlafen. Statt den Fokus auf Hugo und seinen langweiligen Bagatellen zu legen, hätte man sich ganz und gar auf die Filmgeschichtlichen Errungenschaften von Georges Méliès konzentrieren sollen. Vielleicht hätte es aber auch gereicht, den Film einfach als Film und nicht als 3D-Erlebnis zu drehen. Demnächst kann man dann auch noch Achterbahn im Kino fahren oder was?


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